Kunst
“Liebe Frau Weidling,
was Sie da in die Welt setzen, das ist ja wunderbar!
Das Wunderbare besteht darin, dass die Objekte durch die Bank keine Objekte, sondern Personen, d. h. lebende Wesen sind, die von ihrer Schöpferin mit einer ironischen Note versehen worden sind. Das Erstaunliche ist für mich, dass mit den Materialien, mit denen Sie arbeiten, eine so subtile Gestaltung möglich wird, die beim Betrachter den Eindruck hervorruft, er befinde sich in einer dynamischen Märchenwelt. Die Hundeszene lebt durch die Handlung. Diese Mensch-Hund-Komposition, die wir aus dem Alltag kennen, ist irgendwie ins Komische gehoben und weckt die Erinnerung und Phantasie, zumal jeder immer wieder einmal beim Spaziergang mit merkwürdigen Verpaarungen von Hunden und Menschen konfrontiert ist.
Mir gefallen besonders die zum einen maskenhaften und zum anderen sinnlichen Gesichter der Einheits-Flaschen.
Sie haben mit Ihren Materialien und Techniken, mit Ihren Ideen und Kompositionen eine Sprache und ein Medium gefunden, das ich so noch nicht gesehen habe, was aber gerade deshalb auf Neues und Weiteres neugierig macht. Ich glaube, dass es Ihnen gelingt, Ihre eigene skeptisch-ironische Sicht auf Menschen und Dinge auszudrücken und dass Sie aus der Freude darüber im Atelier Open einen Start hingelegt haben, der die ersten Betrachter spontan überzeugte.
Kurzum: Indem Sie hand- und standfeste Gestalten inszenieren, die uns mit ihren großen Augen nicht ernster nehmen, als wir es verdienen, reden Sie plötzlich mit einem neuen und interessanten Publikum. Herzliche Grüße.”
Leipzig, 24. Mai 2007
Konrad Lindner
(Philosoph und Wissenschaftsjournalist)
Plastiken
Bilder

